... mit der Vorstellung der Neuzugänge unserer Zweitligadamen. Die nächsten beiden neuen Gesichter bringen Zweitligaerfahrung mit – für die Diagonal- und für die Liberoposition.
Félice Lyn Lethaus, von allen Lissy genannt, darf man mit Fug und Recht als Universalspielerin bezeich-nen. Im Laufe ihrer bisherigen Volleyballzeit hat sie schon auf jeder Position gespielt. Das spricht zum einem für eine gute technische Grundausbil-dung und ausgewiesene Spiel-fähigkeit, hat aber sicherlich auch viel damit zu tun, dass sie mit Süha Yaglioglu über viele Jahre einen Trainer hatte, der die Varia-bilität seiner Spielerinnen schätzt und gern mit flexiblen Spiel-systemen arbeitet.
Ihre Ausbildung bekam Lissy beim ASV Senden, wo sie mit 7 Jahren zum Volleyball kam und die gesamte Jugendzeit verbrachte. „Die Jugendmeisterschaften mit Senden gehören zu meinen schönsten Volleyballerlebnissen“, verrät sie – eine Einstufung, die sie mit vielen anderen, auch BSV-Spielerinnen, teilt.
Mit dem ASV ging es bis in die Dritte Liga. Zur Saison 2020/21 folgte sie dem Ruf der Skurios Volleys Borken und heuerte für eine (leider corona-überschattete) Spielzeit in der 2. Bundesliga an, hier übrigens als Zuspielerin. „In diesem Jahr habe ich unheimlich viel gelernt.“ Schon im Jahr danach kehrte Lissy dann wieder zu Süha zurück, nun jedoch zum Regionalligisten SC Union Lüdinghausen, wo sie auf unterschiedlichen Positionen zum Einsatz kam, aber immer eine prägende Rolle spielte.
Der BSV hat die Allrounderin für die Diagonalposition engagiert. „Sie ist ein ganz anderer Spielerinnentyp als Finja, die beiden werden sich sehr gut ergänzen und uns schwerer ausrechenbar machen“, verspricht BSV-Trainer Dominik Münch. Spannend findet auch Lissy diese Aufgabe, zumal sie mit Lea Venghaus, Neuzugang im Zuspiel beim BSV, in der ASV-Jugend schon einmal in der Zuspiel-Dia-Achse zusammengespielt hat. Und sie freut sich auf einen „familiären Verein“ mit einer Mannschaft, die sie in den Aufeinandertreffen immer als sehr spielfreudig wahrgenommen hat. „Ich denke, ich werde hier viel Spaß haben!“
Spricht man mit dem neuen Gesicht auf der Liberoposition, so hört man auch hier die Vorfreude auf ein neues Kapitel heraus: Emma Moorkamp ist schon ordentlich herumgekommen in der (Volley-ball)welt. Was bei ihr aber zuletzt ausbildungsbedingt zu kurz kam: fest zu einem Team zu gehören und mit ihrer Mannschaft am Spieltag auf dem Feld stehen zu können. Seit sie den VfL Oythe, bei dem sie schon mit 15 Jahren ihren ersten Zweitligaeinsatz hatte, nach dem Abitur verließ, war kein festes Engagement bei einem Verein mehr möglich. Zunächst kam sie zum Studium nach Münster, wechselte nach einem Jahr den Studiengang und zog nach Köln, wo sie sich von nun an dem zeitintensiven Studium der Neurowissenschaften widmete und den Volleyball hintenanstellen musste. Im vergangenen Herbst ging sie für ein Praxissemester ins dänische Aarhus, trainierte dort auch regelmäßig bei einem dänischen Zweitligisten mit, war aber bei den Spielen in die Zuschauerrolle verbannt. „Es juckt schon mächtig in den Fingern“, gesteht die 23-jährige. „Ich zocke halt gern.“
Dem BSV hat Emma auf dem Spielfeld noch nie gegenüber-gestanden. Als der BSV 2019 in die 2. Bundesliga aufstieg und in der ersten Saison gegen Oythe zweimal über fünf Sätze ging, war Emma gerade zu einem Schüleraustausch in Kanada. Im Jahr drauf war sie zwar wieder zurück im VfL-Kader, zum Aufeinandertreffen der beiden Vereine kam es jedoch in der Corona-Saison, die der der BSV nach acht Spieltagen abbrach, nicht mehr und als der BSV nach einem Jahr in der Dritten Liga 2022 ins Bundesliga-unterhaus zurückkehrte, hatte Emma gerade das Abitur gemacht und Oythe verlassen. Beim näheren Hinschauen zeigen sich dennoch eine Reihe von Verbindungen zu ihrem neuen Team. Während ihrer Studienzeit in Münster war Emma regelmäßig Trainingsgast bei den Erstligadamen des USC Münster, die seinerzeit von Lisa Thomsen trainiert wurden. Daheim bei Kira Hegge, der neuen Außenangreiferin beim BSV, hat sie schon einmal anlässlich einer Jugendmeisterschaft übernachtet und mit einem weiteren BSV-Neuzugang verbindet sie eine gemeinsame Jugendsaison in der U16 (worüber an dieser Stelle noch nicht mehr verraten werden soll).
Aktuell schreibt Emma in Köln an ihrer Bachelorarbeit, zum Wintersemester steht der Wechsel ins Masterstudium an und dafür soll es zurück nach Münster gehen. Die Studienplatzvergabe muss sie noch abwarten, darf aber aufgrund ihrer guten Zugangsvoraussetzungen zuversichtlich sein, dass es klappt. In den nächsten Wochen wird sie jede sich bietende Möglichkeit für einen Zwischenbesuch beim BSV-Training nutzen. Ende Juli ist der Umzug anvisiert, dann will sie regelmäßig mit ihrem neuen Team trainieren und dem Saisonbeginn entgegenfiebern. Es juckt halt ganz schön in den Fingern…
Lissy und Emma, herzlich willkommen beim BSV!
Die letzten beiden Neuzugänge präsentieren wir in der kommenden Woche.
Fotos: Niklas Domanik (Lissy Lethaus), privat (Emma Moorkamp)




