Unseren Zweitligadamen steht ein gehöriger Umbruch ins Haus: Gleich sieben Spielerinnen wurden verabschiedet. Doch Grund zur Sorge besteht nicht: Der Kader für die neue Saison steht schon fast.

Trainer Dominik Münch ist sehr zufrieden mit der Zusammensetzung. „Es stimmt natürlich, dass sich das Gesicht der Mannschaft stärker wandeln wird als in manch anderen Jahren, insbesondere da nun auch die letzten Spielerinnen unserer ‚goldenen Generation‘ aufgehört haben. Doch so außergewöhnlich ist die Kaderveränderung nicht. Vor drei Jahren hatten wir eine ganz ähnliche Situation und so wie 2023 konnten wir auch diesmal spannende neue Spielerinnen für uns gewinnen und haben ein Team, dem wir eine gute Rolle in der 2. Liga zutrauen.“
Mit Zuspielerin Mari Peters, den Mittelblockerinnen Hannah Theis und Lea Peters sowie dem Außenangriffstrio Kathrin Pasel, Marie Kolkmann und Melina Heitkötter bleibt dem BSV ein Stamm etablierter Kräfte erhalten. Sie bilden eine starke Basis für den neuen Kader. „Jede einzelne von ihnen hat ihr Zweitliganiveau schon eindrucksvoll gezeigt – und auch noch Entwicklungspotential.“ Gespannt sein und sich freuen darf man in Ostbevern darüber hinaus auf voraussichtlich sieben neue Gesichter und eine Rückkehrerin

Noch gut in Erinnerung dürfte den BSV-Anhängern Rückkehrerin Finja Kurtz sein. Die großgewachsene Diagonalspielerin wurde am Saisonende 24/25 in eine einjährige Pause verabschiedet, da sie für ein Auslandsstudienjahr nach Valencia gezogen ist. Zu ihrer Verabschiedung machte sie deutlich, dass sie fest vorhat, 2026 zurück-zukehren. Bei einem Heimatbesuch im Winter gab es einen Überraschungs-besuch im Training, auch beim letzten Auswärtsspiel vor Weihnachten in Bonn saß sie auf der Tribüne und feuerte ihr Team an. Nun sind die letzten Klausuren in Spanien geschrieben und der Rückflug gebucht. Zum Trainingsauftakt am 23. Juni ist Finja direkt mit am Start. "Finja kam 2023 zum BSV und hat sich in den zwei Jahren zu einem immer wichtigeren Faktor für unser Spiel entwickelt. Zwei MVP-Auszeichnungen in der Saison 24/25 zeigen, dass das auch andere Trainer so wahrgenommen haben. Wir hoffen, dass sie ganz schnell wieder in den Rhythmus kommt und an diese Rolle anknüpfen kann", freut sich Coach Dominik, dass die 20-jährige "wie versprochen" nach dem Jahr Pause wieder zurück ist.

Wie Finja stammt die erste richtige Neue auch aus Senden. Zu ihren Aufgaben wird es u. a. gehören, die Angriffsstärke der Diagonalangreiferin ins Spiel zu bringen. Lea Venghaus ist nämlich Zuspielerin und bildet zusammen mit Mari das neue Tandem in der BSV-Schaltzentrale. 22 Jahre jung und doch blickt Lea schon auf eine sehr bewegte Volleyball-Vita zurück. Mit 6 Jahren begann sie in Senden bei den Volleyball-Minis, durchlief beim ASV die gute Jugendausbildung, gehörte zeitweise zum WVV-Kader. 2018 wechselte sie an den Bundesstützpunkt Münster. Im ersten Stützpunktjahr spielte sie noch bei ihrem Heimatverein in der Dritten Liga, zwei weitere Saisons mit dem VCO in Liga 3 folgten. Nach dem Abitur wagte Lea den Schritt über den großen Teich und verband Volleyball und mit einem Studium in den USA. Zwei Jahre lang spielte sie für das Team des Lee College in Texas, zwei weitere für das St. Thomas Aquinas College in New York. Der "Schoolspirit" und der Stellenwert, den der Sport im amerikanischen Hoch-schulsystem genießt, gehören zu den bleibenden Eindrücken, die Lea aus dieser Zeit mitge-nommen hat: nahezu professio-nelle Bedingungen mit täglichem Training, große Zuschauerkulissen und viel Unterstützung für die Sportlerinnen und Sportler im Collegebetrieb. "Einmal sind wir zu einem renommierten Vorbereitungsturnier sogar mit dem Flieger angereist", erinnert sie sich.
Gefragt nach den weiteren Highlights ihres bisherigen Volleyballlebens nennt die Linkshänderin neben den Deutschen Jugendmeisterschaften, die sie mit dem ASV bestreiten durfte, natürlich auch die beiden DM-Medaillen, die sie im Beachvolleyball gemeinsam mit der früheren BSV-Spielerin Franka van der Veer erspielte (U17-Silber 2019 und U19-Bronze 2020).
2025 kehrte Lea aus den Staaten zurück, um in Münster ihr Masterstudium in Business Management und Finance aufzunehmen. Im letzten Sommer stand sie vor einem Engagement beim Pro-Ligisten Eintracht Spontent Düsseldorf, doch der Aufwand des Pendelns erwies sich als zu groß und so musste Lea erst einmal auf ihr Volleyballcomeback in Deutschland warten. Schon früh in diesem Jahr suchte sie den Kontakt zum BSV und war ab März regelmäßiger Trainingsgast in Ostbevern. Schnell fand sie die Connection zum Team, dem es dementsprechend leicht fiel, ihr die Nachfolge für ihre scheidende Namensvetterin, Ostbeverns langjährige Zuspielerin Lea Dreckmann, anzuvertrauen. "Sie war die erste Personalie, die wir klar hatten", verrät Dominik, "eine, die uns viel Zuversicht gegeben hat, dass wir den großen Umbruch positiv bewältigen werden."
Der neuen Regisseurin juckt es derweil schon gewaltig in den Fingern, endlich wieder in den richtigen Volleyballbetrieb zurückzukehren. "Ich bin voller Vorfreude auf die Saison", blickt sie aufgeregt auf die Spielzeit 26/27. "Ich will mit dem BSV so viele Spiele wie möglich gewinnen!" 

Finja, welcome back, und Lea, herzlich willkommen beim BSV!

Die weiteren Neuzugänge präsentiert der BSV in den kommenden Tagen.

Fotos: Jonatan Schulze Bäing (Finja), Danielle Essix (Lea)