Unsere Zweitligadamen haben ihr letztes Saisonspiel beim TV Cloppenburg in einem Tie-Break-Krimi (25:14, 25:23, 24:26, 23:25, 16:14) gewonnen und und ihre Zweitligazugehörigkeit ein weiteres Jahr gesichert.
Ganz ohne emotionales Drama geht es in dieser Saison beim BSV offenbar nicht: Bei 2:0-Satzführung hatten unsere Damen im dritten Durchgang zwei Matchbälle, konnten diese aber nicht nutzen. Eine Dreiviertelstunde später standen sie beim 11:14 im Entscheidungssatz mit dem Rücken zur Wand, drehten diesmal aber den Spieß durch eine Fünf-Punkte-Serie um. Die rund 25 BSV-Anhänger, die den Weg nach Cloppenburg mitgemacht hatten und sich über zwei Stunden ein Anfeuerungsbattle mit der gegenüberliegenden Tribünenseite geliefert hatten, mussten durch ein Wechselbad der Gefühle gehen, ehe sie mit ihrem Team den elften Saisonerfolg bejubeln durften. "Irgendwie war es so doch schöner, als wenn wir hier glatt mit 3:0 durchgegangen wären, oder?", schmunzelte BSV-Trainer Dominik nach dem Match.
Im Eröffnungssatz hatte unsere Mannschaft die Begegnung zunächst dominiert. Mit starkem Service holte sich der BSV eine Reihe von Punkten direkt, die Gastgeberinnen steuerten diverse Eigenfehler bei. Über 4:0, 12:4 und 24:13 ging Abschnitt 1 deutlich, aber unspektakulär an Ostbevern. Das änderte sich in Satz 2, weil sich das Heimteam nun immer mehr ins Match hineinfightete. Eine leichte Führung in der Crunchtime konnten unsere Damen durch einen Block von Mittelblockerin Lea aber zur 2:0-Satzführung nutzen.
Cloppenburg war nun allerdings augenscheinlich im Match angekommen und leistete dem BSV harten Widerstand. Als sich unsere Damen auch in diesem Abschnitt in der Crunchtime nach vorn schieben konnten und bei 24:22 zwei Matchbälle hatten, schien die Messe nichtsdestotrotz schon fast gelesen. "Vielleicht haben wir da unterbewusst das Gefühl gehabt, das reicht schon, und waren nicht mehr entschlossen genug", mutmaßte Dominik im Rückblick. Wie dem auch sei: Die Gastgeberinnen waren voll Courage und holten sich mit einem Servicewinner den Satzanschluss.
Es folgte in Durchgang 4 ein weiterer enger Satzverlauf, der - bei weiter ansteigendem Spielniveau - ein weiteres Mal im Minimalabstand entschieden wurde und zwar zugunsten des Heimteams, das damit den Tie-Break erzwang. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison hatten die Cloppenburgerinnen einen 0:2-Satzrückstand egalisiert. Gegen Düsseldorf und Potsdam war dann auch der Sieg an den TV gegangen. Nun zum dritten Mal? Danach sah es sehr aus, denn gegen Satzende schien das Heimteam die besseren Nerven zu haben, stellte von 9:10 auf 14:11. Unsere Damen aber hatten noch eine Geschichte in petto: Die von Mittelblockerin Sabrina, die mit diesem Match ihre Volleyballschuhe an den Nagel hängte und einer entscheidenden Phase noch einmal ihren Stempel aufdrückte. Den ersten Matchball wehrte sie per Schnellangriff ab. Nach einem Servicewinner von Kat zum 13:14 sorgte Sabrina mit einem geistesgegenwärtigen Block für den Ausgleich. Es folgte eine atemberaubende Rallye mit zwei klasse Abwehraktionen von Franzi, Rettungstaten von Sabrina und Laura und einem klugen Tip von Laura, der den dritten Matchball für den BSV brachte. Und bei dem war es dann abermals Sabrina, die die Gegenangriffschance des BSV über die Mitte nutzte und sich gewiss ewig erinnern wird, dass sie mit dem letzten Ballkontakt ihrer Volleyballkarriere einen "5er" zum Matchgewinn in Gegners Feld donnerte. Geht es schöner?

Die Spielzeit 2025/26 schließt der BSV als Tabellenachter ab - mit 11 Siegen und 32 Punkten der besten Bilanz in sechs Jahren 2. Bundesliga. Im hochspannenden Kampf um einen einstelligen Tabellenplatz, der das untere Tabellenmittelfeld angesichts des drohenden Szenarios eines dritten Absteigers in den letzten Wochen in Atem gehalten hatte, ist der BSV als einer der Gewinner hervorgegangen und wird auch im kommenden Spieljahr in Liga 2 aufschlagen. Mit fünf Siegen in den letzten sechs Partien sicherlich ein verdienter Erfolg. Die Entscheidung darüber war aber nicht mit Sabrinas Matchball, sondern bereits im Spielverlauf gefallen, als klar war, dass die Mitkonkurrenten Osnabrück und Schwerin ihre zeitgleich angepfiffenen Begegnungen jeweils mit 0:3 verloren hatten. Zudem teilte die VBL unmittelbar nach Spieltagsende mit, dass es aller Voraussicht nach keinen dritten Absteiger geben wird, da die junge Schweriner Mannschaft zukünftig in ein VCO-Stützpunktteam mit Sonderspielrecht umgewandelt wird. Den frei werdenden Ligaplatz kann dann der VC Osnabrück übernehmen, der auf dem 10. Rang, dem vermeintlichen dritten Abstiegsplatz, landete.
Dass unsere Mannschaft trotz des für den Klassenerhalt nicht mehr entscheidenden Spielausgangs mit diesem Kraftakt die Kohlen gegen Cloppenburg noch aus dem Feuer riss, zeigt indes, wie sehr unser Team für sich den erfolgreichen Abschluss wollte. Freilich gab es nach dem Match auch Tränen, als der Fokus auf das Spiel zurücktrat und dem Bewusstsein Raum gab, dass man gerade zum letzten Mal gemeinsam auf dem Feld gestanden hatte. Der versöhnte, mit dem Finale glückliche Stimmungsanteil überwog allerdings, als sich der BSV-Tross spät am Abend wieder Richtung Heimat fuhr.
Die Nacht wurde kurz, denn am Sonntagmorgen hatten unsere Damen zum Helferfest in die Beverhalle geladen. Rund 70 Helferinnen und Helfer - stellvertretend für insgesamt an die 120 Menschen, die das Volleyballzweitliga-projekt in Ostbevern durch ihr ehrenamtliches Engagement in dieser Saison unterstützt haben - galt es, Dank zu sagen. Im offiziellen Teil ließen unsere Damen die vielfältigen Aufgabenbereiche Revue passieren, die für den Spielbetrieb und insbesondere die Ausrichtung der Heimspiele unerlässlich sind, hoben die sichtbaren, aber auch die vielen unsichtbaren Dienste hervor, die von den Anwesenden geleistet wurden. Abschließend blickte Dominik auf eine der emotionalsten Spielzeiten der letzten Jahre zurück. Leid und Freud waren so oft eng verwoben gewesen: schlimme Verletzungen, wehmütige Abschiede, große Erfolge oder Nachwuchs in der Teamfamilie. "Wir hatten so viel zu verarbeiten in dieser Saison. Umso mehr haben wir gespürt, wie IHR für uns eine Homebase seid, immer zuverlässig da an guten wie an schlechten Tagen und immer verbunden mit einem Lächeln und lieben Worten. Danke!"




