Die 1. Damen haben am Samstagabend ein großes Fest gefeiert und durch einen 3:0-Erfolg (25:21, 25:18, 25:18) im letzten Saisonheimspiel gegen SSF Bonn einen wichtigen Schritt zum Klassenerhalt getan.
Es war ein Abend, an den sich das Team und sicher viele der Zuschauenden noch lange und bewegt erinnern werden. Ein Ausgang, den man sich selbst in den kühnsten Vorstellungen vorher nicht so ideal hätte ausmalen können. In 77 Minuten schickten unsere Damen den Tabellenvierten aus dem Rheinland nach Hause und konnten sich danach befreit dem nicht weniger emotionalen Part der Verabschiedungen widmen.
Sicherlich, auf einen Moment hätten alle gern verzichtet: Als Außenangreiferin Marie, die bis dahin überragende Akteurin auf dem Court, im zweiten Satz bei 20:14 für den BSV bei einer Blockaktion umknickte und nach einer Verletzungsunterbrechung humpelnd das Feld verlassen musste. Da wurden Erinnerungen wach an das "Verletzungsspiel" gegen Osnabrück. Zumindest gab es nach der Partie ein wenig Entwarnung. So schlimm, wie seinerzeit bei Sophia und Hannah war Maries Verletzung nicht. Ob sie in zwei Wochen beim letzten Spiel in Cloppenburg wieder mitwirken kann, ist aber noch nicht abzusehen. Dass Youngster Clara, die dann ins Spiel geworfen wurde, sich gleich mit einem Blockpunkt einführte, war eine der kleinen, aber feinen Randgeschichten dieses Spiels. Dass unsere Mannschaft diesen Schock wegsteckte und den Vorsprung zur 2:0-Satzführung verteidigte - ja nicht nur über die Ziellinie brachte, sondern auch noch um einen Punkt ausbaute - war der beste Beleg, dass der BSV an diesem Abend gegenüber den erfahrenen Kontrahentinnen das stärkere Mindset hatte.
Beinahe 300 Besucher waren in die Beverhalle gekommen, unter ihnen auch ein kleiner Bonner Fanclub. Der hatte allerdings nicht so viel Anlass, auf die Trommel zu schlagen und die Fähnchen zu schwenken. Bis auf Satz 1, in dem die Gäste ein paar Mal eine Miniführung beanspruchen konnten (2:0, 4:3, 8:7 und 16:15), gestaltete das Heimteam die Begegnung von vorn. Schon im Eingangssatz konnte es sein Publikum durch Mut und Einsatzbereitschaft begeistern. Die Tribüne gab im Gegenzug alles, dass die Mannschaft darin nicht nachließ. "So laut hab ich es noch nicht erlebt", hörte man von der ein oder anderen Spielerinnen nach der Partie. Womöglich war es gerade diese Unnachgiebigkeit, mit der der BSV Ballwechsel für Ballwechsel seinen Siegeswillen aufs Parkett brachte, die dem Aufbegehren des Gegners den Zahn zog. Auch wenn mal mehr als ein Punkt in Folge auf die andere Seite ging, gab es nie einen Bruch im BSV-Spiel, nie hingen die Köpfe. Freilich werden die Bonnerinnen schon bessere Tage gehabt haben, sonst stünden sie nicht auf Platz 4. Mit so vielen Eigenfehlern der Gäste hatte man auf BSV-Seite nicht geliebäugelt. Doch so manches Mal hatten diese Fehler auch einen Anstrich von Ratlosigkeit, weil andere Mittel nicht griffen und der BSV neben viel Tüchtigkeit auch das nötige Fortune auf seiner Seite hatte (wenn beherzte Gegenangriffe die Blockfinger passend erwischten oder Aufschläge genau hinten auf die Linie fielen).
Als unsere Damen dann im Dritten immernoch den Ton angaben und das letzte Bonner Aufbäumen (von 16:10 auf 16:15) im blinden Verständnis zwischen Zuspielerin Lea und Schnellangreiferin Sabrina gestoppt werden konnte, rieb sich mancher ein wenig ungläubig die Augen: Ging das hier wirklich glatt mit 3:0 an den BSV? Sieben Bonner Eigenfehler später riss fast die gesamte Beverhalle verzückt die Arme in die Höhe und die Mannschaft (einschließlich Marie) tanzte im Kreis. Drei wichtige und nicht unbedingt erwartete Punkte im engen Kampf um den sicheren Klassenerhalt waren in Ostbevern geblieben.
Und das obwohl unsere Mannschaft personell nicht gerade auf Rosen gebettet in das Match gegangen war und auf ihre Kapitänin Kathrin sowie beide etatmäßigen Liberas hatte verzichten müssen. Die Vertretung der letzteren beiden war vom BSV-Trainerteam Johannas Händen anvertraut worden, die den Positionsswitch so souverän und wirkungsvoll löste, dass sie nach der Partie von Ehrenbesucherin Esther Spöler die MVP-Goldmedaille überreicht bekam. Silber ging an ihr Bonner Pendant Lina Adams.

Fotos: Sven Fels
Johanna war dann auch eine der fünf Spielerinnen, die an diesem Abend ihr letztes Heimspiel im BSV-Dress hatten und denen vor der prall gefüllte Tribüne ein würdiger, aber mit sehr viel Wehmut verbundener Abschied gegeben werden konnte. Zunächst wurde Laura, die das Team bereits bei der letzten Auswärtspartie in ihrem früheren "Wohnzimmer", der Sorpesee-Halle, verabschiedet hatte, auch vor dem BSV-Anhang noch einmal für ihr dreijähriges, leidenschaftliches Engagement in Blau-Weiß gedankt. Dann stellten Mari und Dominik heraus, wie zu MVP "Penne" in nur neun Monaten durch ihre sportlichen und menschlichen Qualitäten eine Verbundenheit entstanden ist, die sich nach viel, viel mehr anfühlt als nur einer gemeinsamen Saison. Johanna wird eine berufliche Zusatzausbildung beginnen, die ihr keinen Raum mehr lassen wird für Zweitligavolleyball.
Schließlich galt es auch Abschied zu nehmen von den Sabrina, Sophia und Lea. Mit ihnen gehen die drei letzten Spielerinnen der "Goldenen Generation", die die Entwicklung des Ostbeverner Volleyballs in den vergangenen zwei Jahrzehnten so maßgeblich geprägt hat, von Bord. Zwei langjährige Kapitäninnen und eine BSV-Zuspiel-Legende - drei "Gesichter dieser Mannschaft", deren Erfolge im Jugend- und Erwachsenenbereich, in der Halle wie im Sand den Vereinsnamen weit über regionale Grenzen hinweg bekannt gemacht haben und auf wie neben dem Spielfeld den Charakter und die Ausstrahlung des Teams geformt haben. Hannah, Melina und Marie für die Spielerinnen und Dominik für den Verein beschrieben den Verlust, den ihr Abschied bedeutet, aber auch die warmherzigen, dankbaren Erinnerungen, die bleiben. Auch für die drei kein leichter Moment, doch zusammen schafften sie es tapfer, wie sie so vieles zusammen gerockt haben.
Euch fünfen sagen wir von ganzem Herzen "Danke" für eine wunderbare gemeinsame Zeit, die zahlreiche Spuren hinterlässt. Ihr seid immer willkommen, ob in Sportklamotten oder als Zuschauer, ob demnächst mit Kind auf dem Arm oder mit einer Schüssel Selbstgebackenem. Ihr bleibt ein Teil des Teams!

Ein gemeinsames Spiel haben die fünf dann ja auch noch, wenn es in 14 Tagen nach Cloppenburg geht. An dem Abend werden alle Spieltagspartien zeitgleich angepfiffen und während an der Spitze alles geklärt ist - einen herzlichen Glückwunsch nach Emlichheim zur überaus verdienten Titelverteidigung! - kämpfen auf den Rängen 7 bis 10 noch vier Teams um den sicheren Klassenerhalt auf einem einstelligen Tabellenplatz. Der BSV hat es nach dem Festtag am Samstag nun selbst in der Hand, den noch vom Abstieg bedrohten 10. Rang unter sich zu lassen, ohne auf passende Ergebnisse in den anderen Partien hoffen zu müssen. Auf geht's, BSV!




