Sehr zufrieden konnten unsere Zweitligadamen mit dem Doppelauswärtswochenende sein. Dem Tabellenführer USC Münster II leisteten sie beim 1:3 couragiert Widerstand, gegen den VCO siegten sie mit 3:1.

"Doppelauswärts", das hieß an diesem Wochenende: zwei Spiele nicht daheim in der Beverhalle. So richtig "auswärts" war es aber nicht. Zum einen konnten fast alle Spielerinnen zu den Partien in Münster diesmal mit dem Rad anreisen, zum anderen durften unsere Damen mindestens die Hälfte der Zuschauer in beiden Begegnungen als ihren Anhang reklamieren.

Teil 1 lud den BSV in die Halle Berg Fidel ein, wo man am Samstagnachmittag auf den aktuellen Spitzenreiter USC Münster II traf. Da am Abend das Heimspiel des USC I gegen Wiesbaden auf dem Programm stand, fand die Partie auf dem Erstligacourtlayout (incl. fremdlinienfreiem Boden und LED-Banden) statt - ein für unsere Damen auch nicht alltägliches Vergnügen.
Auch wenn die Tabellenführung der Münsteranerinnen auf (gegenüber dem Zweiten Emlichheim) einem mehr ausgetragenen Spiel basiert, so zeigt die Serie von nunmehr 10 Siegen in Folge, wie ernst es der Mannschaft mit den zahlreichen ehemaligen Erstligaspielerinnen ist, dem Meister aus Emlichheim in dieser Saison harte Konkurrenz um den Meistertitel zu bieten. Die Favoritenrolle im Match gegen den BSV lag daher eindeutig beim Heimteam. Doch wer aus den nackten Satzergebnissen (22:25, 15:25, 25:17, 16:25) den Spielverlauf eines klassischen Favoritensieges ableiten wollte, tut dem couragierten Auftritt unserer Damen Unrecht.
Ja, richtig, den zweiten Durchgang dominierten die Hausherrinnen, sie waren früh in Front und bauten ihre Führung kontinuierlich aus. Dominik versuchte mit Auszeiten und Wechseln zu intervenieren, doch sein Team fand den Rhythmus nicht wieder, den es zu Spielbeginn gehabt hatte. Doch das war der einzige Satz gewesen, in dem der BSV eindeutig unterlegen war. Im ersten Satz war der BSV dem USC nämlich schon brandgefährlich geworden, hatte einen anfänglichen Rückstand (2:7) mit Johanna am Service unerschrocken egalisiert, sich danach dann hartnäckig behauptet und zur Crunchtime ein 20:17 "er-breakt". Da brauchte es von Münsteraner Seite schon eine erste "Daumenschrauben-Phase" (von 21:19 auf 21:24), um den Durchgang noch zu holen. USC-MVP Carla Fuchs servierte unnachgiebig und was der BSV in einen Angriff umwandeln konnte, holte Münster in der Verteidigung und verwandelte den Gegenangriff konsequent.
Im dritten Abschnitt trotzten unsere Damen dem gegen sie gewandten Spielverlauf und wurden für ihren Mut in der Offensive und ihre Leidenschaft in der Abwehr belohnt. Mehrfach wies der BSV-Block die Münsteraner Angriffe ab, Marie, die zum Dritten auf der Diagonalposition hereingekommen war, konnte sich hier allein dreimal in Folge auszeichnen und der BSV-Anhang hatte reichlich Grund zur Freude. 
Im Vierten wollten die Gastgeberinnen für klare Verhältnisse sorgen, setzten sich Mitte des Durchgangs auf 14:9 ab. Doch der BSV konterte, war bei 15:15 wieder gleichauf und es schien möglich, dass unsere Damen ein weiteres Mal würden die Oberhand erlangen können. Dann machte Münster jedoch, was diese Mannschaft mit all der Erfahrung und volleyballerischen Qualität eben kann: im richtigen Moment mit allen Rädchen - vom Aufschlag einer Rebecca Schäperklaus bis zu den 2. Bällen von Carla Fuchs - optimal zusammenwirken. Obwohl man kurz vorher noch das Momentum bei sich hatte und danach überhaupt nichts falsch gemacht hat, steht es plötzlich 16:25.
Auch wenn auch im sechsten Aufeinandertreffen des BSV mit dem Partnerverein in der 2. Liga nichts Zählbares für die Tabelle herausgesprungen war, gingen unsere Damen erhobenen Hauptes aus der Halle Berg Fidel. Es war das beste Spiel gewesen, das sie bislang gegen den "großen Bruder" geliefert haben, mit vielen Szenen und Phasen, die Selbstvertrauen geben können.

Zählbares für die Tabelle gab es dann am Sonntagnachmittag, als unsere Damen in der Ballsporthalle des Pascal-Gymnasiums bei den Talenten des VCO Münster mit dem gleichen Ergebnis, nur diesmal zu ihren Gunsten, die Oberhand behielten (25:21, 25:13, 14:25, 25:17). Aber genauso wenig, wie die reinen Zahlen am Vortag Einblick in die Matchdynamik gegeben hatten, genauso wenig lassen sie hier erkennen, wie sich der BSV die Punkte verdient hatte. Denn der Erfolg war gegen einen hochveranlagten Gegner alles andere als Pflichtsieg. Anders als im Hinspiel, als die jungen Münsteranerinnen personell arg gebeutelt in der Beverhalle hatten antreten müssen, waren sie diesmal - abgesehen von Diane Seybering, die beim USC in der 1. Liga bereits gesetzt ist - mit ihren größten Talenten am Start. Lena Schultze, am Vorabend im Bundesligaoberhaus noch drittbeste Scorerin des USC, und Franziska Heil, im selben Spiel in den letzten beiden Sätzen im Mittelblock eingesetzt, standen ebenso auf dem Parkett wie 2,04m-Hünin Carlotta Gruhn, die aufgrund ihrer herausragenden Angriffsquote als MVP aus Münsteraner Seite ausgezeichnet wurde. Und die drei spielten auch nahezu durch, da VCO-Trainer Marc d'Andrea zwar drei Zuspielerinnen, aber kaum Angriffsalternativen im Kader hatte. Ihre Abschlaghöhe und -wucht einzudämmen war eine ganz besondere Aufgabe für den BSV. 
Doch unseren Damen gelang es, das Selbstvertrauen aus dem Vortagsmatch mit in die zweite Wochenend-Partie zu nehmen. In den Sätzen 1, 2 und 4 beschäftigten sie ihre Gegnerinnen mit druckvollem Service, der inzwischen verinnerlichten Block-Abwehr-Philosophie und variablem Angriffsspiel so nachhaltig, dass diese nur vereinzelt zu durchschlagenden Aktionen kamen und keinen richtigen Spielrhythmus fanden. Nur im Dritten, als der BSV sein Level nicht halten konnte und die Risikobereitschaft in der Offensive nachließ, übernahmen die VCO-Talente die Regie und unterstrichen, welch mächtiger Gegner sie sein können. Umso bemerkenswerter, dass unsere Damen von dem deutlichen Satzverlust unbeeindruckt blieben und im Vierten die erfolgreiche Strategie der ersten beiden Abschnitte postwendend wieder abrufen konnten. So durften sie sich nach rund eineinhalb Stunden Spielzeit über den siebten Saisonsieg freuen, durch den Abstand zum Abstiegsrang 11 wieder auf sieben Zähler angewachsen ist.

Als "Wertvollste Spielerin" auf BSV-Seite wurde in beiden Partien - absolut nachvollziehbar - Kapitänin Kathrin Pasel gekürt, ihre vierte und fünfte Medaille in dieser Saison.

Am kommenden Wochenende haben unsere Damen spielfrei. Es ist DVV-Pokalfinalwochenende, da pausieren die Lizenzligen. Der BSV wird es in der kommenden Woche etwas ruhiger angehen lassen. Am Dienstag ist trainingsfrei, am Mittwoch steht der Mannschaft dann mit dem ersten "Sponsorentraining" ein ganz neues Format ins haus, auf das alle sehr neugierig sind.