Mit 0:3 (17:25, 13:25, 28:30) unterlagen die 1. Damen am Sonntag in der Beverhalle dem Tabellenführer aus Emlichheim. Der starke dritte Satz machte trotz der klaren Niederlage Mut für die kommenden Aufgaben.
Zwei Durchgänge lang kontrollierte der amtierende Meister die Partie, bewies eindrucksvoll seine spielerische und athletische Qualität. Dann hatte die knapp 200 Zuschauer noch richtig Freude an einem hochklassigen dritten Abschnitt, in dem der BSV nur äußerst knapp den Satzgewinn verpasste.
In den Sätzen 1 und 2 hatten unsere Damen durchaus nicht enttäuscht, waren jeweils mutig eingestiegen und hatten den Spielstand bis knapp zur Satzmitte eng gehalten. Da zwang manch guter Aufschlag die SCU-Annahme in die Defensive, BSV-Blockerin Lea, die nach dem Match ihre erste MVP-Medaille erhielt, packte im Block zu und auch die Abwehr entschärfte einige der harten Emlichheimer Angriffe. Mit der ersten Punktserie der Gäste - initiiert durch druckvollen Service und in Punkte veredelt durch beispielhafte Transition von Block-Abwehr zum Gegenangriff - hatten sich aber jeweils klare Verhältnisse eingestellt und dem BSV schien es am Glauben zu fehlen, dass man die Rückstände wieder aufarbeiten könnte. Wäre nach diesen zwei Sätzen Schluss gewesen, dann hätte unsere Mannschaft trotz der feinen Ansätze sicherlich enttäuscht die Halle verlassen.

Lea - hier im Angriff gegen Cloppenburg - dufte sich über ihre erste MVP-Auszeichnung freuen. (Foto: S. Fels)
Doch im Dritten zeigten unsere Damen eine steile Lernkurve und bliesen trotz Rückschlägen unverdrossen zur Attacke. 1:4 lag der Spitzenreiter früh vorn, der BSV hielt dagegen (4:4). 5:8 legte Emlichheim wieder vor, aber Ostbevern brach nicht ein, kam zurück (10:10) und erarbeitete sich sogar eine kleine Führung, die bis zur Crunchtime verteidigt werden konnte. Es war nicht ein Nachlassen der Gäste gewesen, der BSV hatte sich dem Emlichheimer Level angenähert. Immer öfter erschwerten unsere Damen den Niedersächsinnen den vorher so leicht und flüssig aussehenden Spielaufbau, ermöglichten sich dadurch mehr Zugriff in den Ballwechseln und kamen zwischen den zwingenden Emlichheimer Angriffen - hier tat sich neben Diagonalangreiferin Lisa Louwrink besonders Mittelblockerin Marie Maathuis, SCU-MVP an diesem Nachmittag, hervor - auch selbst durch beherzte Offensivaktionen zu ihren Punkten. Gästetrainer Axel Büring sprach nach dem Match von einem "wirklich guten Niveau" in diesem Satz, der tolle Rallyes und wenig unerzwungene Fehler bot. Nachdem die Gäste zum Satzende hin von 21:17 auf 22:22 herangekommen waren, erlebte die "kochende" Beverhalle, in der neben den elektrisierten BSV-Anhängern auch der Emlichheimer Fanblock ordentlich Alarm machte, ein Krimi-Finale. Den ersten Satzball hatte der BSV, Lisa Louwrink vereitelte die Chance. dann lieferten sich die beiden späteren MVPs ihr "Privatduell" am Netz: Zunächst stoppte Marie Maathuis Leas Schnellangriff zum 24:25, dann revanchierte sich die 18-jährige mit einem Block gegen den Matchballangriff ihrer Gegenspielerin. Mit einem kurzen Aufschlag überrumpelte Johanna anschließend die SCU-Annahme und bescherte den zweiten Satzball für den BSV, der aber ebenso wenig zum Teilerfolg reichte wie noch zwei weitere. Letztlich machte der Aufschlag den Unterschied: Während der BSV-Service, der in diesem Durchgang schon für vier direkte Punkte gesorgt hatte, zweimal sein Ziel verfehlte, legte ein scharfer SCU-Service den Grundstein für den zweiten Emlichheimer Matchball. Und diesmal gelang dem BSV der Sideout auch im zweiten Anlauf nicht - der Meister hatte die etwas besseren Nerven gehabt.
Dieser packende dritte Durchgang rückte den Ertrag für den BSV an diesem Nachmittag in ein anderes Licht und es brauchte niemand die Beverhalle enttäuscht zu verlassen. Zwar gab es nichts für die Tabelle, in der Ostbevern seinen eroberten siebten Platz wieder einbüßte und von Osnabrück und Sorpesee überholt wurde, doch Rückenwind für die anstehenden Aufgaben am kommenden Sonntag in Düsseldorf und samstags drauf gegen Schwerin lieferte das Match gegen den Ligaprimus nichtsdestotrotz. Mit einer solchen Leistung braucht sich der BSV in den Matches gegen den Tabellenfünften und -sechsten nicht wegzuducken.




