Die 1. Damen unterlagen am Samstagabend in Hildesheim mit 1:3 (22:25, 11:25, 25:17, 14:25), mussten aber nicht enttäuscht heimreisen, hatten sie sich doch unter den gegebenen Umständen gut verkauft.
"Berücksichtigt man, mit welchen personellen Handicaps wir uns momentan arrangieren müssen und dass Hildesheim nach der Niederlage gegen Potsdam natürlich extrem darauf bedacht war, nicht noch einmal gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte zu patzen, so haben wir einiges vom Spiel gehabt", bilanzierte Trainer Dominik nach der Begegnung. Heißt auf den Matchverlauf bezogen: In zwei von vier Sätzen war der BSV voll mit von der Partie. Im Dritten ging die BSV-Strategie sogar perfekt auf: Durch stabiles Defensivspiel und hohes Risiko in der Offensive wurden die meisten Ballwechsel - egal zu welchen Gunsten - durch Ostbeverner Aktionen entschieden und Hildesheim kam kaum dazu, seine Offensivpower aufs Feld zu bringen. Der BSV holte sich hier und da ein Break, ließ selbst wenig zu und schob sich über 12:9 und 18:13 sanft in Front, ohne das Hildesheim viel Gelegenheit hatte, dem Spiel seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Das behagte den Gastgeberinnen nicht, die dann in der Crunchtime auch nicht mehr in der Lage waren, sich gegen den Satzverlust zu stemmen.
Wie das aussehen kann, wenn Team 48 ins Rollen kommt, konnten die doch recht spärlich gesäten Zuschauer in den Durchgängen 2 und 4 erleben, als das Heimteam das Geschehen dominierte. Im Zweiten brachte es sich durch starke Abwehraktionen in Fahrt und setzte eine Punktserie von 8:11 auf 8:18. Im Vierten waren es starke Aufschläge zu Satzbeginn, über die Hildesheim einen Weg fand, seine Angriffsqualitäten nach dem mauen dritten Satz wiederzubeleben. Der Druck, der in diesen Phasen für den BSV entstand, war dann doch eine Nummer zu groß. Zwar steckten unsere Damen nicht auf konnten die letzte Satzhälfte des Matches punktemäßig dann wieder ausgeglichen gestalten, das Momentum einer Aufholjagd kam aber nicht mehr auf.

Franzi, zum dritten Mal MVP, trug durch eine starke Annahmeleistung viel zu den guten BSV-Phasen des Matches bei. (Foto: Sven Fels)
Zusammen mit dem spannenden Durchgang 1, in dem der BSV von Beginn an couragiert gegenhielt, beide Teams intensiv um die Führung fighteten und letztlich nur Kleinigkeiten über den Satzausgang entschieden, konnten unsere Damen durchaus das ein oder andere an Selbstbewusstseinsstärkung und Lernkurve aus der Partie mitnehmen. Der Sieg der Heimmannschaft ging zweifelsfrei in Ordnung. Wenn der BSV im neuen Jahr dann hoffentlich die Verletzten - neben Hannah und Sophia muss auch Lea wegen anhaltender Wadenprobleme pausieren - wiederhergestellt sind, sollte er aber den Aufeinandertreffen mit den Topteams der Liga gespannt entgegenblicken dürfen.
Bis dahin heißt es noch dreimal, auf die Zähne zu beißen und sich bis zur Weihnachtspause durchzukämpfen. Am kommenden Wochenende steht der Doppelheimspieltag gegen VCO Münster und den RC Sorpesee an, kurz vor dem Fest folgt noch die Auswärtspartie in Bonn. Lichtblicke in der personell angespannten Situation sind eine zusehends zu alter Form zurückfindende Sabrina und der erste Kurzeinsatz von Hannah, die gegen Hildesheim zumindest schon einmal zum Aufschlag hereinkam, und nun peu à peu mehr Anteile im Balltraining nehmen kann.




